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KI trifft Medizin

ReMIC überzeugt bei der RARE26-Challenge auf der MICCAI 2026

Bei der RARE26-Challenge auf der MICCAI 2026, einer der weltweit führenden Konferenzen für medizinische Bildverarbeitung, hat das Labor Regensburg Medical Image Computing (ReMIC) der OTH Regensburg den zweiten Platz belegt. Das eingereichte Verfahren stammt von Doktorand David Rauber. Ziel der Challenge war es, bösartige Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut in einem sehr frühen Stadium zu erkennen: ein seltener und im endoskopischen Bild nur schwer zu entdeckender Befund.

Die MICCAI (International Conference on Medical Image Computing and Computer Assisted Intervention) ist eine wichtige Fachkonferenz für den Einsatz von Bildverarbeitung und künstlicher Intelligenz in der Medizin. Dieses Jahr fand sie in Straßburg (Frankreich) statt. Teil der Konferenz ist die Endoscopic Vision Challenge (EndoVis). Dort treten Forschungsteams in mehreren Sub-Challenges mit ihren Verfahren gegeneinander an, um unterschiedliche medizinische Fragestellungen zu lösen.

Eine dieser Sub-Challenges ist RARE26, deren Ergebnisse am 27. September 2026 bekannt gegeben wurden. Sie widmet sich einem schwierigen klinischen Problem: bösartige Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut in einem sehr frühen Stadium zu erkennen. Beim sogenannten Barrett-Ösophagus ist die Schleimhaut der unteren Speiseröhre chronisch entzündet und dauerhaft verändert, eine Folge von ständigem Rückfluss von Magensäure. Daraus können sich Vorstufen von Krebs und frühe Tumore entwickeln, weshalb Betroffene regelmäßig endoskopisch untersucht werden. Während der größte Teil dieser Kontrollaufnahmen unauffällig ist, finden sich bösartige Veränderungen in weniger als einem Prozent der Fälle. Für KI-Systeme ist das eine große Hürde: Sie müssen die wenigen auffälligen Befunde zuverlässig finden, ohne bei der großen Mehrheit unauffälliger Aufnahmen zu viele Fehlalarme auszulösen.

Unter den 28 teilnehmenden Teams belegte der Beitrag des ReMIC den zweiten Platz, der mit 500€ dotiert ist. Da David Rauber nicht in Straßburg sein konnte, stellte Christoph Palm den Ansatz stellvertretend in einem Kurzvortrag vor und nahm die Urkunde entgegen.

Urkunde für den zweiten Platz in der RARE26-Challenge. Foto: OTH Regensburg/Christoph Palm
Prof. Dr. Christoph Palm nimmt stellvertretend die Urkunde entgegen.ㅤㅤㅤㅤㅤㅤ Foto: Fons van der Sommen